Wissenswertes
Geriatrie - Alterserkrankungen bei vierbeinigen Senioren
Ab einem Alter von etwa acht Jahren gelten Katzen als älter, Hunde sind in Abhängigkeit ihrer Größe bereits ab sechs Jahren (Riesenrassen) bis zu neun Jahren (Zwergrassen) als Senioren einzustufen. Chronische Erkrankungen der inneren Organe und der Gelenke sind bei älteren Tieren sehr häufig und bei einiger Sorgfalt auch beizeiten festzustellen.
Falsch ist es aber, auffällige Veränderungen des alten Tieres einfach hinzunehmen und mit „er ist eben alt, da kann man nichts machen“ abzutun. Noch vor zwanzig Jahren konnte man wirklich in vielen Fällen von Alterserkrankungen dem Tier kaum helfen, heutzutage verfügen wir jedoch über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, den „Oldies“ einen beschwerdearmen Lebensabend zu bieten.
Chronische Nierenerkrankungen (CNE)
Katzen neigen im Alter sehr zu Einschränkungen der Nierenfunktion, jede dritte alte Katze ist betroffen. Die Symptome (vermehrter Durst, schlechter Appetit, Erbrechen) zeigen sich erst dann, wenn nur noch ein Drittel der Nierenfunktion erhalten ist.
Durch einfache Blut- und Urinuntersuchungen lässt sich die Erkrankung aber bereits im frühen Stadium erkennen und entsprechend zeitig kann die Niere entlastet werden.
Auch Hunde können, wenn auch seltener, natürlich an CNE leiden, auch hier ist frühe Diagnostik sehr wichtig.
Arthrosen/Osteoarthritis
Ältere Hunde zeigen vermehrt Lahmheiten, stehen schwerfällig auf nach langer Liegezeit, Katzen hingegen lassen sich Gelenkschmerzen kaum anmerken. Eine Katze mit Gelenkverschleiß wird eher ihre Gewohnheiten ändern (weniger springen, eher auf dem Boden liegen, unsauber werden, wenn der Rand der Toilette zu hoch ist), als zu hinken.
Trotzdem kommen Gelenkverschleißerkrankungen bei alten Katzen ähnlich häufig vor wie bei alten Hunden. Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, eventuell bestimmte Futterzusätze oder Spezialdiäten können dem Senior Lebensqualität zurückgeben.
Endokrine Erkrankungen
Fehlfunktionen hormonproduzierender Drüsen (Schilddrüsenüberfunktionen der Katzen, -unterfunktionen bei Hunden, Diabetes mellitus, Überfunktion der Nebenniere) sind bei alten Tieren ebenfalls häufig und äußern sich oft durch Änderung des Körpergewichts, des Durstempfindens oder des Appetits mit entsprechenden körperlichen Folgen. Die meisten endokrinen Erkrankungen lassen sich mit Bluttests nachweisen und mit geeigneten Medikamenten auch in den Griff bekommen, erfordern in der Regel aber eine lebenslange Medikation.
Erkrankungen des Herzens
Verschleißerscheinungen an der „Pumpe“ sind bei menschlichen wie tierischen Senioren sehr häufig festzustellen. Die älteren Tiere werden meist „fauler“ und sind besonders bei Wärme weniger belastbar, Husten kann auftreten. Solchen Symptome sollten ernstgenommen werden, denn auch bei alten Tieren können rechtzeitig eingesetzte Herzmedikamente die Lebensqualität der Senioren erheblich erhöhen.
Bei alljährlichen Untersuchungen werden wir bei Ihrem älteren Tier besonders auf Zeichen für solche altersassoziierten Erkrankungen achten und Ihnen die entsprechenden Untersuchungen (Röntgen der Gelenke, Blut- und Harnuntersuchungen, Herzdiagnostik) empfehlen.