Hautprobleme bei Haustieren

Ein beachtlicher Anteil der Patienten, die heutzutage in Kleintierpraxen vorgestellt werden, leidet unter Problemen mit Haut, Haaren, Krallen und Ohren.

Vordringlich, gerade bei Hunden, ist Juckreiz auffällig. Auch Katzen und Heimtiere können unter Juckreiz leiden, nur verhalten sie sich in diesem Fall subtiler als Hunde: Während letztere sich kratzen, schmatzend lecken, laut schlackernd die Ohren schütteln, kann man bei Katzen ein Juckreizproblem glatt übersehen und stellt erst spät die Folgen des übermäßigen Putzens und Leckens fest. Heimtiere wiederum kratzen sich zwar auch stark, wenn sie sich jucken, fallen aber eher durch allgemeine Unruhe auf, und das meist erst dann, wenn schon viele kahle Stellen auf der Haut entstanden sind.

Das allwissende Internet bietet reichlich Bilder von tierischen Hautveränderungen und verleitet den Tierhalter zu Vergleichen mit dem Hautbild des eigenen Tieres. Seien Sie aber versichert: Letztendlich sieht fast alles, was juckt, am Tier gleich aus, Bilder geben also keinen Aufschluss über die Ursache der Hautveränderung.

Laut Dr. Google ist weiterhin mindestens jede zweite Hautveränderung bei Hunden und Katzen auf eine Futtermittelallergie zurückzuführen. Bevor Sie aber anfangen, mit Futterwechsel zu experimentieren, vereinbaren Sie lieber einen Termin für die Hautsprechstunde, denn tatsächlich sind für achtzig Prozent aller Hautveränderungen Parasiten verantwortlich, die vergleichsweise einfach zu finden, zu identifizieren und zu bekämpfen sind.

Gehört Ihr Tier aber zu den restlichen zwanzig Prozent, ist Ihre Beobachtungsgabe entscheidend für Diagnose und Therapie. Versuchen Sie also in einer ruhigen Stunde, zunächst sich und dann uns folgende Fragen zu beantworten:

  • Seit wann besteht das Problem?
  • Sind andere Tiere/Menschen betroffen?
  • Kratzt/putzt sich das Tier zu bestimmten Zeiten/an bestimmten Orten?
  • Hat es Veränderungen gegeben (neue Tiere/Menschen, Futter, Hobbies, Wohnung)?

Bereits die Beantwortung dieser Fragen kann helfen, den Juckreizgrund zu identifizieren. Im zunehmenden Maße befassen wir uns tatsächlich mit allergischen Hauterkrankungen, auch da gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern.

Tatsächlich aber kann man, im Gegensatz zu manchen Wunderheilungsversprechen, die bei Dr. Google zu finden sind, Allergien nicht heilen. Auch hier ist aber Ihr Engagement als Besitzer gefragt, denn Linderung der Beschwerden ist in jedem Fall möglich und dabei helfen wir Ihnen.In diesem Fall ist die Therapie auch sehr individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen, denn gerade in diesen Fällen ist auch jedes Tier einmalig.